Verantwortungsbewusste Bewusstseinserweiterung

Das Ausbrechen aus dem routinierten Alltagsbewusstsein mit seinen verfestigten Gedankengängen kann bei den Tieren, als auch bei den Menschen, durch bewusst induzierte Rauscherlebnisse erzeugt werden. Wo sich Tiere durch die Umstrukturierung vorhandener Bewegungs- und Handlungsmuster einen evolutionären Vorteil verschaffen, hilft es den Menschen z.B. bei der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Ob diese Rauschzustände durch Substanzen oder Praktiken wie Meditation, Yoga oder Atemübungen hervorgerufen werden, ist unerheblich. Entscheidend ist allerdings der richtige Umgang, die nötige Vor- und Nachbereitung dieser Zustände. Im folgenden erhaltet ihr ein paar Tricks und Kniffe, wie ihr den richtigen Umgang mit erweiterten Bewusstseinszuständen lernt. Die zwei wichtigsten Aspekte sind dabei die des Set und Settings.

SET

Unter Set versteht man gemeinhin das Mindset, mit dem man in eine Erfahrung reingeht. Der eigene Gemütszustand, die vorherigen Erfahrungen und Erwartungen haben alle einen starken Einfluß auf den Verlauf der Erfahrung.

SETTING

Das Setting bezeichnet den äußeren Rahmen, also Ort, Zeit und das soziale Gefüge. Das richtige Setting zu gestalten ist ein wichtiger Aspekt und sollte nicht unbedacht geschehen. Der richtige Ort ist zuerst einmal ein Ort, an dem du dich richtig wohl und sicher fühlst. Viele bevorzugen einen natürlichen Ort, da sich dort die Schönheit der Natur offenbart. Die richtige Zeit ist für jeden unterschiedlich. Manche möchten das Tageslicht mit nutzen, andere bevorzugen die stille Nacht, das ist geschmackssache. Das soziale Gefüge hat einen immensen Einfluß auf deine Erfahrung, es sollte also Weise gewählt werden.

Vorbereitung

Bevor du dich in die unendlichen Weiten deines eigenen Bewusstseins begibst, kannst du dich Fragen, was du dir davon erhoffst. Wenn du gerade ein besonderes Thema hast, hilft dir das, nicht den Fokus zu verlieren und mehr aus dieser Erfahrung zu gewinnen. Die Intention muss aber nicht zwanghaft der eigenen Persönlichkeitsentwicklung dienen, auch reine Neugier oder Spaß an der Freude sind hilfreiche Intentionen. Es lohnt sich allerdings, einen Moment inne zu halten und sich zu Fragen, wieso man diese Reise antritt.

Fragen die du dir vor der Reise stellen kannst

  • Wieso möchte ich meinen Bewusstseinszustand verändern?
    Mögliche Motivationen können sein: Neugier, Spaß, Heilung, Selbsterfahrung
  • Habe ich Erwartungen an die Erfahrung? Wie könnten diese Erwartungen evtl. die Reise beeinflussen? Kann ich die Erwartungen los lassen und mich ganz auf das Jetzt und was sich entfalten will einlassen?
  • Habe ich Unsicherheiten oder Ängste bzgl. der Erfahrung?
  • Kann ich damit umgehen wenn die Erfahrung unangenehm oder Angstvoll werden sollte?

Hier ein paar Tipps und Tricks für den Umgang mit außergewöhnlichen Bewusstseinszuständen:

  • Bleibe bei einer Technik! Vermische nicht die Werkzeuge, die intensive Erfahrungen erzeugen können. Auch Techniken, die bei vielen als harmlos gelten, können in Kombination die Erfahrung stark intensivieren, auch ins Negative.
  • Es geht nicht darum, einen schlechten Tag durch ein bisschen Yoga o.ä. erträglicher zu machen. Das Ziel ist ein bewusstes Leben, dich selbst zu spüren, die Bedürfnisse deines Körpers und Geistes ernst zu nehmen. Eine einzige intensive Rauscherfahrung kann dafür den Startschuss geben, aber sie ist erst der Beginn der Reise.
  • Bedenke, dass dich bestimmte Techniken zur Bewusstseinserforschung sehr sensibel für äußere Einflüsse machen. Wähle demnach den Ort für deine Erfahrung weise! An einem ungestörten Ort, mitten in der Natur, ist schon mal ein guter Anfang. Die Sicherheit deiner eigenen vier Wände kann aber auch genau richtig sein.
  • Der Umgang mit deinen Mitmenschen ist ein Indikator für den Umgang mit dir selbst. Achte darauf, mit wem du deine Erfahrungen teilen möchtest und bei wem du dich sicher fühlst, dich zu offenbaren. Die Wahl deiner Mitmenschen kann einen entscheidenden Einfluss auf den Verlauf einer Rauscherfahrung haben.
  • Alle Gedanken und Gefühle die in dir Hochkommen sind Teil von dir und wollen gehört werden. Versuche nicht, dich ihnen zu verwehren, das ist zwecklos. Jede Geburt ist mit Schmerz verbunden und auch neue Gedankengänge werden oft im Schmerz geboren.
  • Achte darauf, dein Verdauungssystem nicht zu sehr zu überlasten. Iss vorher nicht zu viel und halte dir gut bekömmliches Essen bereit. Besonders nach einer intensiven Erfahrung freut man sich über eine fertige, nahrhafte Mahlzeit.
  • Musik ist ein wunderbarer Reisebegleiter. Es lohnt sich, im Vorhinein eine Playlist zu erstellen. Aber sich vom Algorithmus überraschen zu lassen ist auch bereichernd.
  • Leg dein Handy am besten weg. Du möchtest während du unterwegs bist ungern unangenehme Nachrichten erhalten. Es tut auch einfach gut, das Gerät für eine Weile wegzulegen.

Integration

Wie bereits erwähnt, beginnt die wahre Reise nach der intensiven Erfahrung mit intensiven Bewusstseinszuständen. Aber wo beginnen? Während der Erfahrung hast du viele Eindrücke aufgenommen. Viel zu viele um sie auf einmal zu verarbeiten! Deswegen kann es hilfreich sein, die wichtigsten Erkenntnisse festzuhalten. Das kann auf viele Arten geschehen, wie einem Bucheintrag, einem gemalten Bild oder einem Gespräch. Wichtig ist nur, dass du die Eindrücke nach außen trägst, sonst vergräbst du sie unter Umständen wieder.

Überfordere dich aber nicht damit, sofort zu versuchen, alle deine Eindrücke festzuhalten. Aber halte dich bereit, neue Erkenntnisse festzuhalten, die sich in der Zeit danach offenbaren. In den zwei Wochen nach einer bewussteinsverändernden Erfahrung ist man besonders empfänglich für neue Glaubenssätze und Handlungsweisen, diese Phase lässt sich also gut nutzen um an sich zu arbeiten.

Möchtest du dich aktiv darum kümmern, ein bewussteres Leben zu führen, sind hier ein paar Vorschläge:

  • Tagebuch führen
      • Besonders Abends noch einmal einen Tag revue passieren zu lassen kann dir helfen, dir bewusst zu machen wofür du dankbar ist, was schön und was weniger schönes passiert ist. Vor allem hilft es dir, jeden Tag stärker wahrzunehmen und wertzuschätzen.
  • WHM – Wim Hof Methode
      • Die Wim Hof Methode basiert auf drei Säulen, einer Kältetherapie die mit kalten Duschen beginnt, einer speziellen Atemtechnik mit beeindruckenden Effekten und Meditation. Diese Methode hat bereits vielen Menschen geholfen, mit Stress umzugehen und ohne Substanzen stark veränderte Bewusstseinszustände zu erreichen.
  • Holotropes Atmen
        • Stanislav Grof entwickelte diese Atemtechnik um LSD ähnliche Zustände ohne eine Substanz hervorzurufen. Dabei können sehr intensive Erlebnisse hochgeholt werden, wie die eigene Geburt.
  • Iyengar Yoga
      • Beim Iyengar Yoga wird besonders auf eine korrekte Ausführung der Stellungen geachtet. Wenn du dich stärker mit Yoga beschäftigen möchtest, solltest du darauf besonders acht geben.
  • Autogenes Training
      • Wem Meditation zu zeitintensiv ist, kann mit autogenem Training auch tolle Resultate erzielen, was die eigene Körperwahrnehmung und den Weg zur Entspannung angeht.
  • Waldbaden
    • Die Natur bewusst zu erleben ist ein Geschenk mit unendlichem Potenzial. Abseits des Straßenlärms und Alltagsstresses ist es dort am einfachsten, zu seiner Mitte zu finden. Das Waldbaden ist eine Technik, diese Erfahrungen noch stärker zu intensivieren und es lohnt sich aufjedenfall, einen Blick darauf zu werfen.

Brauchst du Hilfe?

Hast du konkrete Fragen oder brauchst Unterstützung bei der Integration deiner Erfahrungen? Es gibt verschiedene Anlaufstellen die dir diese Unterstützung geben können:

Psy-Kollektiv

Hyperraum

Netzwerk für spirituelle Entwicklung und Krisenbegleitung: S.E.N. Deutschland, e.V.

Gaiamedia Psychedelika Beratung